Zweiter Platz für Zimmermann in Gluthitze

Starkes Profi-Feld beim Eberl Chiemsee Triathlon

Nach einem verkorksten Rennen beim Ironman 70.3 in Luxemburg konnte Laura Zimmermann vom SV Würzburg 05 am Chiemsee wieder aufs Treppchen springen. Beim Rennen im Großherzugtum machten Ihr Materialprobleme mental schwer zu schaffen. Auf ihren Social-Media-Accounts verkündete Sie, wie sehr sie sich nach dem Rennen von der Situation hatte herunterziehen lassen „Ich bin von mir selbst enttäuscht, dass ich im Kopf schon zu Beginn des Rennes aufgegeben habe“. Dennoch: Zimmermann biss sich durch, beendete das Rennen und kam als Achte ins Ziel. Schuld war ein klemmender Reißverschluss am Rennanzug, den die Profi-Triathletin infolge dessen nicht mehr tragen konnte.

Fotograf: Tobias Hertfelder

Nach dem enttäuschenden Rennen zwei Wochen zuvor, war insbesondere Aufbauarbeit im familiären Umfeld gefragt. Nach einer Woche stand aber die Entscheidung, die erste Saisonhälfte noch nicht abzuschließen und am Chiemsee zu starten. Renn-Organisator Sven Hindl machte kurzfristig einen Start klar und Zimmermann ging gegen eine starke internationale Konkurrenz an den Start. Dort warteten unter anderem die sechsfache Ironman-Siegerin und zweifache Vize-Weltmeisterin Caroline Steffen oder Weltmeisterin Camilla Pedersen auf sie.

Zu bewältigen galt es eine Strecke von 2 km Schwimmen, 80 km Radfahren und 20 km Laufen. Bei der achten Auflage des Triathlons am bayerischen Meer war das Profifeld stark wie nie zuvor, wobei besonders die Starterliste der Frauen mit bekannten Namen glänzte. Siegerin wurde in einer überragenden Zeit von 4:07:57 Schweizerin Steffen. Auf Platz drei landete die Britin Chantal Cummings in einer Zeit von 4:19:07.

Fotograf: Tobias Hertfelder

Aufgrund des stark besetzten Rennens stand Zimmermann am Renntag ohne großen Druck und mit dem Ziel „einfach nur das Beste zu geben“, an der Startlinie. Im Vorjahr hatte sie einen Treppchenplatz noch deutlich verpasst. „Bei tropischen Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad war die Devise von Anfang an alles zu geben und überall wo es ging Kühlung zu suchen“, erklärte Zimmermann nach dem Rennen. Mitfühlende Anwohner standen an mehreren Stellen mit Gartenschläuchen oder Rasensprengern zur Kühlung bereit, auch aus einigen Feuerwehrhydranten sprudelte das erfrischende Wasser. Trotz der großen Hitze schaffte es Zimmermann, sich mit zunehmender Renndauer immer weiter nach vorne zu arbeiten. Sie stieg als Zehnte aus dem Wasser, konnte aber nach einer soliden Leistung auf dem Fahrrad als Fünfte auf die Laufstrecke gehen. Auch beim Laufen ging die Aufholjagd weiter. Schließlich konnte Zimmermann ihre Laufstärke im Schlussspurt ausspielen. „Einen Kilometer vor dem Ziel sah ich Chantal Cummings und dachte mir ‚Alles oder nichts‘“, erklärt Laura nach dem Rennen, „ich bin überglücklich, dass der Plan aufging und ich noch auf dem zweiten Platz landen konnte.“ Mit einer Gesamtzeit von 4:18:21 verbesserte Zimmermann ihre Zeit auf der Strecke gegenüber dem Vorjahr um knapp zwei Minuten. „Der aktuelle Trainingsstand ist definitiv besser als letztes Jahr“, resümierte sie ihr Rennen zufrieden und Trainer Utz Brenner honorierte das Zurückkommen seiner Athletin nachdem in Luxemburg einiges schief ging. Entscheidend sei nicht die Platzierung, sondern, dass Zimmermann sich so (Anm. d. Red.: für das Rennen) entschieden und die Herausforderung angenommen habe. „Das war der eigentliche Erfolg und es war beeindruckend!“, ließ Brenner vermelden.

 


 

 

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